Wir pflegen die Kunst, durch die Zeit zu reisen

Reisen Sie mit!

Das Luftschiff, mit dem die Histonauten  die Weltgeschichte erkunden, hat Henri Giffard konstruiert.  Dem dampfmaschinenbegeisterten Franzosen gelang 1852  der allererste motorisierte bemannte Flug.  Von Paris über Versailles nach Elancourt legte das Gefährt  rund 28 Kilometer zurück.  Mit seiner aerodynamischen Form und der drei PS starken  Dampfmaschine, die die Luftschraube antrieb, kam der  schnittige Gasballon mit acht Kilometern pro Stunde voran.  Das dreieckige Segel nutzte Giffard zum Steuern.  Zum Landen warf er den Anker. Eine optimierte Variante  des Luftschiffes ging bei der Probefahrt in Flammen auf.  Giffard und sein Begleiter entkamen der Katastrophe  jedoch unverletzt. Erst fünfzig Jahre nach Giffards Pionierflug  gelang es Ferdinand Graf Zeppelin,  ein wirklich verkehrstüchtiges Luftschiff zu bauen.   (© Bild: Sammlung Jean Louis Schlim)


aktuell


Alle Informationen zu unserer Akademie für Kulturgeschichte bavaricum@histonauten finden Sie hier ...

Momentan läuft noch die Reihe "Bayern im Nationalsozialismus".


Newsletter 133

Liebe Freunde der weiß-blauen Kulturgeschichte,

am Pfingstsamstag des Jahres 1941 wurde Franz Sales Heß von der Gestapo verhaftet. Der Missionsbenediktiner aus Münsterschwarzach, ein promovierter Historiker, hatte Anfang Mai „Freunde und Wohltäter“ in einem Rundbrief darüber informiert, dass die Nationalsozialisten nach den Klöstern Schweiklberg und St. Ottilien nun auch seine Abtei „gewaltsam aufgelöst“ hätten.

Die wenigen Zeilen genügten, um Pater Sales als „Staatsfeind, Unruhestifter und Unterwühler der inneren Front“ aus dem Verkehr zu ziehen. Am Mittag des 12. September 1941 wurde er mit einem Transport aus Nürnberg ins Konzentrationslager Dachau überstellt.

Dreieinhalb Jahre erfuhr er das Grauen am eigenen Leib. Aber er überlebte – und schrieb 1945, angereichert durch Erzählungen von Mithäftlingen, einen der ersten Augenzeugenberichte über den Lageralltag und die Willkür der SS-Schergen. Seine Schilderungen sind kaum zu ertragen: „In dieser Welt ohne Gott war ja alles erlaubt, was den ‚Herren‘ gefiel. Es gab keine Gebote Gottes mehr, es gab auch keine Menschenrechte mehr“.


Zur Vertiefung machen wir am Rosenmontag (!) eine Exkursion nach Dachau:

Foto: ANKAWÜ, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=28299261

Schule der Gewalt
Exkursion und Gespräch mit Albert Knoll: Das Konzentrationslager Dachau
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Wir finden uns unter Häftlingen wieder, die über die „Adolf-Hitler-Straße“ ins KZ Dachau getrieben werden, entdecken einen alten Bahndamm und stoßen auf  einen abgestellten Güterzug mit mehreren hundert Leichen. Das Übungsgelände der SS lassen wir links liegen. In einer verfallenden Plantage erfahren wir, wie sich das nationalsozialistische Deutschland vom Import ausländischer Kräuter und Gewürze unabhängig machen wollte. Im Archiv der Gedenkstätte erzählen uns Originaldokumente anhand konkreter Schicksale vom Grauen des Lageralltags.

Wann             (Mo) 27. Februar 2017, 11 - 18 Uhr
Treffpunkt     Bahnhof, Bahnhofplatz 1, 85221 Dachau (Fahrt bitte selber organisieren)
Preis              39 €

Anmeldung per E-Mail ...


Falls Sie mit dem Zug anreisen wollen: Bitte informieren Sie sich unter www.bahn.de über Ihre Reisemöglichkeiten. Wir empfehlen Ihnen folgende Verbindungen: S 2 Richtung Altomünster, Abfahrt in München Hbf. (tief) um 10.10 auf Gleis 2, Ankunft in Dachau Bhf. um 10.31 auf Gleis 3 oder Regionalbahn 59150 Richtung Treuchtlingen, Abfahrt in München Hbf. um 10.29 auf Gleis 21, Ankunft in Dachau Bhf. um 10.40 auf Gleis 7. In beiden Zügen gilt der MVV-Tarif. Das günstigste Ticket ist eine Tageskarte „München XXL“, die es sowohl für Singles (1 Person = 8,80 €) als auch für Gruppen (bis zu 5 Personen = 15,90 €) gibt.

Falls Sie mit dem Auto anreisen wollen: Östlich des Bahnhofes Dachau finden sie ein großes P&R-Gelände (Zufahrt über die Obere Moosschwaigestraße).

Falls Sie eine Fahrgemeinschaft mit dem Auto/der Tageskarte „München XXL“ bilden wollen, melden Sie sich bitte bei uns unter Angabe Ihrer E-Mail-Adresse und Telefon-Nummer. Wir stellen dann den Kontakt zwischen Ihnen und weiteren Interessenten her.

Wir sind am Exkursionstag unter 0170 / 23 18 717 zu erreichen. Falls Sie uns am Bahnhof Dachau verpassen sollten, können Sie nachfragen, wo wir gerade sind bzw. wo Sie uns treffen können. Sollten Sie uns – etwa aufgrund von Verbindungsproblemen – nicht auf Anhieb erreichen, probieren Sie es bitte noch einmal oder sprechen Sie uns aufs Band. Wir rufen Sie umgehend zurück.

Die Teilnehmerzahl ist beschränkt. Deshalb bitten wir Sie dringend, sich anzumelden.

Wir freuen uns auf Sie!

Freitag, 31. März 2017
Start des Frühlings-/Sommersemesters

Himmlische Mythen
/ Vortragsreihe in Kooperation mit der MVHS

Das Kreuz von Golgotha, aus dessen Holz neues Leben sprießt, das Grabtuch von Turin, das als Zeugnis der Auferstehung gilt, die Schwarze Madonna von Altötting, die womöglich auf vorchristliche „Urmütter“ verweist – im Frühjahr stellt das Kirchenjahr das Wachsen und Werden in den Mittelpunkt. Gedacht wird in diesen Wochen allerdings auch einer vorlauten Bauerntochter. Sie hatte in einer von Männern dominierten Welt zeitweilig die Hosen an. Die Rache war fürchterlich: Jeanne d’Arc wurde am 30. Mai 1431 auf dem Scheiterhaufen verbrannt.

Schlössergeschichten
/ Vortragsreihe in Kooperation mit der MVHS

Der Louvre sollte eigentlich im 17. Jahrhundert abgerissen werden. Es kam anders. Heute ist das einstige Stadtschloss der französischen Könige das meistbesuchte Museum der Welt. In der Be­suchergunst konkurriert der Herrschersitz mit dem Buckingham Palast, der gern als „Inbegriff kolossaler Verdrießlichkeit“ verspottet wird, und mit dem Topkapı-Palast, zu dem einst ein Harem für 2.000 Frauen gehörte. Der Bischof von Würzburg musste auf diese Form der „Dreingab“ verzichten. Dafür leistete er sich das angeblich schönste Treppenhaus der Welt.

Selig & sündig – Bayerische Kirchenfürsten / Vortragsreihe

Geistliche Herren regierten jahrhundertelang weite Teile des heutigen Bayern. Sie stammten in aller Regel aus den vornehmsten Familien des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, führten nicht selten ein ausschweifendes Leben und hinterließen ein reiches kulturelles Erbe: Otto von Freising galt als bedeutendster Geschichtsschreiber des Mittelalters. Clemens Wenzeslaus von Sachsen gab den „Trierzimmern“ der Münchner Residenz den Namen. Und Ludwig Joseph von Welden unternahm 1786 eine turbulente „Firm- und Kirchweihereise“ ins bayerische Oberland.

Die Wittelsbacher privat / Vortragsreihe

Auch in den Reihen der Wittelsbacher tummeln sich Abenteurer und Sportskanonen, Ruhebedürftige und Vergnügungssüchtige, Naturbegeisterte und Literaturbesessene. Wir steigen mit König Ludwig I. zum Kraterrand des feuerspeienden Vesuv hinauf, besuchen Kaiserin Elisabeth von Österreich in ihrem Märchenschloss auf Korfu und beobachten Kurfürst Ferdinand Maria, wie er unter seinem Prunkschiff hindurch taucht. Außerdem stoßen wir in Gut Kaltenbrunn am Tegernsee auf den 66. Geburtstag von König Max I. Joseph an.

München im Mittelalter / Vortragsreihe mit Stadtführungen

Wassergräben und ein doppelter Mauerring mit etwa 100 Türmen – die Stadt glich einer riesigen Burg. Armbrüste, Pechpfannen und der „Münch“ – ein Geschütz, das 175 Pfund schwere Kugeln verschoss – dienten der Verteidigung. In Friedenszeiten standen die Tore tagsüber offen. Aus Venedig kamen orientalische Gewürze, Papier und Salpeter, aus Flandern englische Wolle, aus Kärnten Eisen. 1462 zählte München schon über 12.000 Einwohner. Die baufällige Marienkirche wich einem Gotteshaus, das mit seiner enormen Größe zum neuen Wahrzeichen der Stadt wurde.

Erkundungen

Wieder aktiv in der Pinakothek der Moderne:
PIN.X - Bilder drehen, Bilder verstehen

Wir filmen wieder mit Schülerinnen und Schülern! Aus Kunst werden Videos, aus "Stills" Stories. Mehr Infos ...

Wenn Sie auch Interesse daran haben, mit Ihrer Klasse teilzunehmen, melden Sie sich bitte bei uns.

Ab sofort online verfügbar:
Schon seh ich Glut und Wirbelrauch - Die Walpurgisnacht (Vortrag)


Ein ganzer Vortrag von Klaus Reichold aus der Mythen-Reihe für alle, die ihn versäumt haben und für diejenigen, die mal einen "Live"-Eindruck bekommen wollen von unseren Veranstaltungen. (Und bitte nicht wundern: Im youtube-Video ist wirklich nur ein Bild zu sehen. In unseren Vorträgen sind es natürlich viele mehr.) Viel Spaß!

Einen reinen Audio-Download gibt es als Alternative auf unserer Seite http://www.histonauten.de/bavaricum/Impressionen/.

Seit 21. April 2015 online und im Museum zu besuchen
"Im Maschinenraum des Krieges. Ingolstadt 1914-1918"

Mit einem "Virtuellen Museum" verbinden wir das Stadtgebiet Ingolstadt und die große Dauerausstellung zum Ersten Weltkrieg im Reduit Tilly.

Am 21. April wurde es in Ingolstadt vorgestellt und ging online unter http://1914-1918.armeemuseum.de/ .

Unser Trailer und ein Artikel geben Einblick in das Projekt:

Ein virtuelles Museum entsteht
Artikel für das Magazin "Schönere Heimat"
Schönere Heimat - Artikel Ingolstadt.pdf (213.83KB)
Ein virtuelles Museum entsteht
Artikel für das Magazin "Schönere Heimat"
Schönere Heimat - Artikel Ingolstadt.pdf
(213.83KB)

Hier wieder lieferbar

Klaus Reichold u.a.: 50 Skulpturen, die man kennen sollte

Ihr Kopf wurde nie gefunden, auch die Arme blieben verschollen, der Rest war in über hundert Bruchstücke zerstreut. Die Ausgrabungsgeschichte der geflügelten griechischen Siegesgöttin Nike von Samothrake, eine der bekanntesten Skulpturen der Antike, liest sich nicht weniger spannend als die 49 weiteren Geschichten der Skulpturen und ihrer Künstler in diesem Band: Gegen Michelangelos David flogen Steine, die Marmorskulptur der heiligen Theresa von Avila zeigt sich in einer geradezu erotisch anmutenden Verzückung, die seinerzeit zu heller Aufregung führte, das kostbare Salzfass vom Goldschmied Cellini wurde entführt, und der Skandal, den Joseph Beuys mit seinem Fettstuhl auslöste, hallt bis heute nach. Dieser Band versammelt die wichtigsten Skulpturen seit der klassischen Antike und vermittelt anhand unterhaltsamer und informativer Texte wertvolles Basiswissen über die Kultur- und Kunstgeschichte.

Oberbayern

Vielfalt zwischen Donau und Alpen - Jenseits des Klischees (herausgegeben von Norbert Göttler)

Mit einem Beitrag von Klaus Reichold
und Thomas Endl (Fotos):

Überrraschende Vielfalt - Die Kulturlandschaften Oberbayerns

"Natürlich ist Oberbayern ein Paradies. Und wenn Ludwig Ganghofer nicht flunkert, wusste man das schon vor Jahrhunderten. Denn er legt einem Augustiner-Chorherrn namens Eberwin, der um 1100 lebte, einen Satz in den Mund, der zu den hübschesten Beispielen wohlformulierter Heimatverbundenheit gehört: 'Herr, wen du lieb hast, den lässest Du fallen in dieses Land!'


Den braven Eberwin gab es tatsächlich. Er war der erste Propst des Klosterstifts Berchtesgaden. Und ob er den zitierten Satz so gesagt hat oder nicht, ist völlig wurscht. Denn" ...  (mehr lesen?)

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