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Wittelsbacher Wintersemester

Bis einschließlich März 2020 erzählt Klaus Reichold einmal pro Monat im Museum der bayerischen Könige (Hohenschwangau) vom Leben und Wirken der bayerischen Monarchen.



Der Landesgroßvater

Vortrag: Prinzregent Luitpold kommt in die Jahre
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Er legte den Grundstein zum Deutschen Museum in München, benutzte als erstes Staatsoberhaupt Bayerns ein Automobil und ließ sich in Schloss Hohenschwangau einen Aufzug einbauen. An seinem Schreibtisch arbeitete er aber weiterhin beim Licht von fünf Kerzen. Und eine Nachttischlampe lehnte er als unzulässige Neuerung kategorisch ab. Obwohl er längst auf die Neunzig zuschritt, behauptete er steif und fest, vom Alter nichts zu merken. Deshalb kursierte schon bald der Witz, er sei schon längst gestorben, man dürfe es ihm aber nicht sagen, damit er sich nicht aufregt.

Wann: Donnerstag, 27. Februar 2020, 18 Uhr
Wo: Museum der bayerischen Könige, 87645 Hohenschwangau,
       Alpseestr. 27
Eintritt: 5 € (inkl. Gebühr für Alpseeparkplatz/P4)

Reservierungen erbeten unter: Tel. 08362/887 250 oder info@museum-hohenschwangau.de



Das kann eine gefährliche Fahrt werden

Vortrag: König Ludwig III. flieht
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Wenige Wochen zuvor war die russische Zarenfamilie in Jekaterinenburg von radikalen Sozialisten ermordet worden. Jetzt polterte, johlte und lärmte der revolutionäre Mob unter den Fenstern der Münchner Residenz. In Todesangst suchte Ludwig III. mit Gattin, Töchtern und Bediensteten das Weite. Die filmreife Flucht war an Pannen kaum zu überbieten und führte über den Chiemgau und das Berchtesgadener Land nach Anif bei Salzburg. Dort entband Ludwig III. seine Beamten, Offiziere und Soldaten von ihrem Eid. Damit endete die 738 Jahre währende Herrschaft der Wittelsbacher über Bayern.

Wann: Donnerstag, 26. März 2020, 18 Uhr
Wo: Museum der bayerischen Könige, 87645 Hohenschwangau,
       Alpseestr. 27
Eintritt: 5 € (inkl. Gebühr für Alpseeparkplatz/P4)

Reservierungen erbeten unter: Tel. 08362/887 250 oder info@museum-hohenschwangau.de


Lesetipp:

Christiane Böhm (Hg.):
Eben noch unter Kronleuchtern
Die Revolution 1918/1919 aus Sicht der bayerischen Königstöchter

Edition Luftschiffer




Vorangegangene Veranstaltungen:


Rahmschneetörtchen und ein Fläschchen süßen Likörs

Vortrag: Die königliche Tafel Ludwigs II.
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Die Obduktion des Märchenkönigs offenbarte sein dentales Desaster: „Der Oberkiefer fast zahnlos, im Unterkiefer noch 4 Schneide- und 2 Eckzähne“. Geschuldet war dieser Zustand seiner Lust auf Süßes. Kein Abendessen endete ohne Strudel, Savarin oder Pralinés. Außerdem liebte Seine Majestät römischen Eispunsch und Waldmeisterbowle. In der Folge wurden die Garzeiten der Gerichte immer länger: Die Ochsenbrust musste mindestens vier Stunden gekocht werden, bevor sie auf den Tisch kam. „Krustaden“ durften überhaupt nicht mehr serviert werden.


Lesetipp:

Klaus Reichold / Thomas Endl:

Die phantastische Welt des Märchenkönigs
Ludwig II.-Biographie

Edition Luftschiffer, auch als E-Book erhältlich



Heftige Regengüsse

Vortrag: König Max II. auf Fußreise von Lindau nach Berchtesgaden
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Wo der König auch Station machte, wurde er von Böllerschützen, Bergfeuern und Fackelzügen empfangen – und zeigte keinerlei Berührungsängste: Er schlug sein Quartier in einfachen Gasthäusern auf, ertrug tapfer die Darbietungen singender Dorfkinder und tafelte in einem Kuhstall, den man kurzerhand zum königlichen Speisesaal erklärt hatte. Allerdings wurde er nicht überall erkannt. Denn Max II. trug keine Krone und war wegen des Sauwetters zuweilen „durch einen enganliegenden Gummimantel nebst entsprechender Kopfhülle wasserdicht verpackt“.