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Mit Ludwig II. im Gebirge

Vorträge von Klaus Reichold
& Exkursionen mit Markus Richter und Klaus Reichold


Die Vorträge beruhen auf teilweise noch nicht publizierten Rechercheergebnissen aus dem Geheimen Hausarchiv der Wittelsbacher. Die Exkursionen  folgen bislang kaum bekannten Spuren abseits der üblichen Touristenpfade.

Klaus Reichold schrieb schon 1995 für die Süddeutsche Zeitung eine ganze Serie über den Märchenkönig, veröffentlichte 2003 die erste eigenständige Forschungsarbeit zur Homosexualität Ludwigs II. und publizierte mit Thomas Endl zuletzt „Die phantastische Welt des Märchenkönigs“. Außerdem beriet er ein länderübergreifendes Schulprojekt zum Thema „Königswege und Bergresidenzen in Bayern und Tirol“.

Markus Richter war als Kastellan von Neuschwanstein für alle Belange der meistbesuchten Sehenswürdigkeit Deutschland zuständig und kennt alle Winkel des Schlosses. Einem großen Leserkreis ist er durch seinen Neuschwanstein-Thriller „Ins Herz“ bekannt, der inzwischen in zweiter Auflage vorliegt. 2019 wird mit „Ohne Herz“ der zweite Teil seiner Trilogie erscheinen. Mehr Info finden Sie auf seiner Homepage ...




Für die Hofküche und das übrige Personal waren die „Bergparthien“ Ludwigs II. auf den Schachen eine Heimsuchung ersten Ranges. Denn der Märchenkönig, der den streckenweise ziemlich steilen Anstieg mühelos in einem eigens vom Hofwagenfabrikanten Franz Gmelch konstruierten Maultierkarren absolvierte, wünschte nach seiner Ankunft auf 1.876 Meter Seehöhe erst einmal ein heißes Bad und dann ein mehrgängiges, sorgfältig zubereitetes Menü aus exquisiten Zutaten. Deswegen waren laut Theodor Hierneis, dem zeitweiligen Mundkoch seiner Majestät, schon Tage zuvor zwanzig bis dreißig kräftige Männer damit beschäftigt, den gesamten Bedarf an Lebensmitteln, dazu das Küchengeschirr, die Tafeltücher, die Damastservietten und natürlich das ganze Speiseservice hinaufzuschleppen.

Außerdem erwartete Ludwig II. zu seinem „allerhöchsten Geburts- und Namensfeste“, das er gleich mehrfach unterhalb der Wettersteinwand feierte, nächtliche Spektakel – darunter „künstliche Illuminationen“, bei denen bis zu 300 Lampions, darunter „cocardenförmige“, „tulpenförmige“ sowie „chinesische mit vergoldeten Knöpfen“ die Schachenalpe in ein wogendes Lichtermeer verwandelten.

„Diese Freude an der … durch die Kunst geschmückten Natur ließ in dem König“ angeblich auch „den Wunsch auftauchen“, einen „Vulcan in seine Alpen hereinzurufen“. Deshalb soll er angeordnet haben, einen gegenüberliegenden Bergkegel pyrotechnisch so zu präparieren, dass er eine „kunstreiche vulcanische Thätigkeit“ entfalten konnte. Laut einem Bericht in der Zeitschrift „Gartenlaube“ von 1874 warf „sein Haupt … Feuer aus und ließ glühende Lava rinnen. Es soll ein schönes Schauspiel gewesen sein“, so der Berichterstatter weiter, „wurde aber, der Kostspieligkeit wegen, nicht oft wiederholt.“

An diesem Montag erzählt Klaus Reichold in der Reihe „Mit Ludwig II. im Gebirge“ u.a. von  einem 1839 erschienenen Prachtband mit dem Titel „Beauties of the Bosporus“, von einer „Schwarzen Exzellenz“ mit vier Hufen und vom Himalaya. Eine Exkursion mit Markus Richter, dem ehemaligen Kastellan von Schloss Neuschwanstein und Autor des Neuschwanstein-Thrillers „Ins Herz“, rundet das Thema am kommenden Freitag ab.


1001 Nacht über dem Reintal
Das Königshaus am Schachen
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Vom Balkon schweift der Blick über Partenkirchen und das Loisachtal bis zum Starnberger See. Hinter dem Haus ragt die Wettersteinwand empor. Und im Westen erhebt sich das Zugspitzmassiv. Wenn Ludwig II. seinen Geburtstag auf dem Schachen feierte, wähnte er sich im Himalaya und schlüpfte mit Vorliebe in die Rolle eines Sultans. Als Kulisse diente ihm der Türkische Saal im Obergeschoss des Königshauses, wo die Dienerschaft zu diesem Behufe stilgerecht „als Moslems verkleidet“ und Mokka schlürfend auf Teppichen und Kissen „herumzulungern“ hatte.

Exkursion
Fr, 28.06.2019, 10.00 - 19.00 Uhr
Treffpunkt: Wanderparkplatz Elmau (Mautgebühr ab Klais 5 €, Parkgebühr in diesem Betrag erhalten), 82493 Krün
45 € (bitte organisieren Sie die Anreise individuell; gerne sind wir Ihnen behilflich, Fahrgemeinschaften zu bilden; wer eine Mitfahrgelegenheit anbieten kann oder sucht, möge uns einen entsprechenden Hinweis geben)

Anmeldung für die Exkursion am 28.06.2019 per Mail ...

Bergwanderung (Aufstieg ca. 3 1/2 Std.; Abstieg ca. 3 Std.; es besteht keine Möglichlichkeit, mit dem Auto zum Königshaus am Schachen hinaufzufahren!). Voraussichtliche Stationen: Wettersteinalm, Schachensee, Schachenhaus, Königshaus am Schachen, Belvedere mit Blick über das Reintal zum Zugspitzplatt, Gelegenheit zum Mittagessen im Schachenhaus

Weil es sich bei den Exkursionen dieser Reihe um ausgesprochene Outdoor-Aktivitäten mit längeren (Berg-)Wanderungen handelt, bitten wir Sie, die entsprechende Ausrüstung dabeizuhaben (Trekkingkleidung, festes Schuhwerk, Sonnen- und Regenschutz, evt. Wanderstöcke).

Bei anhaltend schlechtem Wetter müssen wir die Exkursionen verschieben. Bitte geben Sie bei der Anmeldung (unbedingt erforderlich wegen begrenzter Teilnehmerzahl) Ihre Telefonnummer oder E-Mail-Adresse an, damit wir Sie kurzfristig kontaktieren können.

Ob die Exkursion stattfindet oder nicht, erfahren Sie spätestens 24 Stunden vor Beginn der Exkursion auf unserer Homepage. Dort geben wir im Falle des Falles auch den Ersatztermin bekannt.


3D-Animation: VR Dynamix GmbH

Geplatzte Architekturträume
Burg Falkenstein, der Byzantinische und der Chinesische Palast
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Den Baugrund hoch über Pfronten hatte ein Strohmann bereits erworben. Es gab sogar schon Pläne, die ein Schlafzimmer mit 300 (!) Quadratmetern Grundfläche vorsahen. Allerdings wurde die „Ritterburg“ Falkenstein nie gebaut. Das gleiche Schicksal erlitt der Byzantinische Palast, dessen Schlosskapelle dem Vorbild der Hagia Sophia in Istanbul folgen sollte. Auch der Chinesische Sommerpalast, der seinen Platz wohl am Nordufer des Plansees in Tirol gefunden hätte, blieb Utopie. Dafür lassen 3D-Animationen die Wirkung dieser „Traumhäuser“ erahnen.

Vortrag
Mo, 15.07.2019, 19.30 Uhr
Zentrum St. Bonifaz, Karlstraße 34
15 €
Anmeldung für den Vortrag am 15.07.2019 per Mail ...

Exkursion
Sa, 20.07.2019, 11.00 - 18.00 Uhr
Treffpunkt: Parkplatz vor der Zufahrt zum Burghotel Falkenstein (an der Ampel, Parkgebühr 3 €), Ortsteil Meilingen, 87459 Pfronten
45 € (bitte organisieren Sie die Anreise individuell; gerne sind wir Ihnen behilflich, Fahrgemeinschaften zu bilden; wer eine Mitfahrgelegenheit anbieten kann oder sucht, möge uns einen entsprechenden Hinweis geben)

Anmeldung für die Exkursion am 20.07.2019 per Mail ...

Voraussichtliche Stationen: Aufstieg zur Burgruine Falkenstein, Plansee (Denkmal für König Maximilian II. von Bayern, geplanter Standort des Chinesischen Sommerpalastes), Elmauwald bei Graswang (geplanter Standort des Byzantinischen Palastes), Gelegenheit zum Mittagessen im Burghotel Falkenstein oder im Gasthof zum Schluxen in Pinswang

Weil es sich bei den Exkursionen dieser Reihe um ausgesprochene Outdoor-Aktivitäten mit längeren Wanderungen handelt, bitten wir Sie, die entsprechende Ausrüstung dabeizuhaben (Trekkingkleidung, festes Schuhwerk, Sonnen- und Regenschutz, evt. Wanderstöcke).

Bei anhaltend schlechtem Wetter müssen wir die Exkursionen verschieben. Bitte geben Sie bei der Anmeldung (unbedingt erforderlich wegen begrenzter Teilnehmerzahl) Ihre Telefonnummer oder E-Mail-Adresse an, damit wir Sie kurzfristig kontaktieren können.

Ob die Exkursion stattfindet oder nicht, erfahren Sie spätestens 24 Stunden vor Beginn der Exkursion auf unserer Homepage. Dort geben wir im Falle des Falles auch den Ersatztermin bekannt.


Vergangene Veranstaltungen


Königliches Disneyland
Schloss Linderhof und seine Parkbauten
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Eine roh gezimmerte Hütte mit dem Stamm einer mächtigen Esche mitten im Raum und Bärenfellen auf dem Boden. Ein Pavillon, der bei der Pariser Weltausstellung von 1878 als Bazargebäude für orientalische Stoffe diente. Eine windschiefe Kapelle, die am Karfreitag von einer „blumigen Au“ umgeben sein sollte. Rund um Schloss Linderhof ließ der Märchenkönig einen ganzen Kranz malerischer Illusionsarchitekturen errichten. Auf diese Weise machte er das Graswangtal und den angrenzenden Ammerwald zu einer Drehbühne voller Verwandlungsmöglichkeiten.