Wir pflegen die Kunst, durch die Zeit zu reisen

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Das Luftschiff, mit dem die Histonauten  die Weltgeschichte erkunden, hat Henri Giffard konstruiert.  Dem dampfmaschinenbegeisterten Franzosen gelang 1852  der allererste motorisierte bemannte Flug.  Von Paris über Versailles nach Elancourt legte das Gefährt  rund 28 Kilometer zurück.  Mit seiner aerodynamischen Form und der drei PS starken  Dampfmaschine, die die Luftschraube antrieb, kam der  schnittige Gasballon mit acht Kilometern pro Stunde voran.  Das dreieckige Segel nutzte Giffard zum Steuern.  Zum Landen warf er den Anker. Eine optimierte Variante  des Luftschiffes ging bei der Probefahrt in Flammen auf.  Giffard und sein Begleiter entkamen der Katastrophe  jedoch unverletzt. Erst fünfzig Jahre nach Giffards Pionierflug  gelang es Ferdinand Graf Zeppelin,  ein wirklich verkehrstüchtiges Luftschiff zu bauen.   (© Bild: Sammlung Jean Louis Schlim)


aktuell


Newsletter 161 zur Führung am Sa., 25.11.2017

Liebe Freunde der weiß-blauen Kulturgeschichte,

schon 1887, ein Jahr nach dem Tod des Märchenkönigs, empfahl der Reiseschriftsteller Max Koch von Berneck dringend einen Besuch der Münchner „Hofwagenburg“, die sich damals noch „hinter der Residenz“ am heutigen Marstallplatz befand.

Dort nämlich könne man den „Prachtwagen“ Ludwigs II. bestaunen, „der auf entsprechendem Gestell zugleich als Schlitten diente“. Das Gefährt sei ohne Deichsel „ 9 Meter lang und 6 ½ Meter hoch, also von unglaublicher Dimension und kostete 800.000 fl.“ Sechs „milchweiße Rösser“ habe man vor dieses „Prachtungethüm“ gespannt, von dem es auch eine kleinere Version gebe: „Krone und Laterne spendeten elektrisches Licht; die Akkumulatoren befanden sich unter dem Sitz des Königs“.

Die nächtlichen Ausflüge mit diesen Vehikeln, die von Dienern in Rokoko-Kostümen begleitet wurden, sorgten bei zufälligen Zeugen regelmäßig für Aufsehen – insbesondere im Winter, wenn Ludwig II. auf Kufen „lautlos durch die Gegend wischte“ und das ungewohnte, künstliche Licht „die Schneelandschaft geisterhaft erhellte“. „So tief war der Eindruck“, berichtet Gottfried von Böhm, „daß auch noch nach dem Tode Ludwigs II. manche das alles gehört und gesehen haben wollten und, wenn um die Mitternachtsstunde ein ungewöhnliches Geräusch oder ein heller Mondstrahl in ihre niederen Stuben drang, sich bekreuzigten und für die Ruhe der Seele des geliebten Königs beteten“.


An diesem Samstag wandeln wir mit Klaus Reichold „Auf den Spuren des Märchenkönigs“, besuchen dessen Kinderstube und besichtigen dessen Fuhrpark:


Im Puttenschlitten durch die Nacht
Führung: Mit Ludwig II. im Schloss Nymphenburg
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Wir hören den Donner von 101 Salutschüssen über den Schlosspark hinwegrollen, stimmen mit dem Erzbischof ein Te Deum an und erleben den jungen Märchenkönig in der Rolle einer Klosterschwester. Außerdem besichtigen wir seine Schönheitengalerie und beobachten mit der nötigen Diskretion, wie er unter „vollen Segeln auf den Liebeswogen“ schaukelt. Das vermutlich erste elektrisch beleuchtete Fahrzeug der Welt erregt unser Interesse ebenso wie ein Pferd ohne Tischmanieren. Zum Schluss führt uns eine imaginäre Reise ins tief verschneite Ammergebirge.

Wann             Sa., 25.11.2017, 11.00 - 13.00 Uhr
Treffpunkt     Schloss Nymphenburg, Kasse
Preis              15 € zuzüglich 6,50 € Eintritt

Anmeldung per E-Mail ...

Die phantastische Welt des Märchenkönigs / Ins Herz
Buchpräsentationen: Ludwig II.-Biographie und Neuschwanstein-Thriller
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Bei den legendären Adventslesungen der „Deutschen Eiche“ stellen Klaus Reichold und Thomas Endl sowie der ehemalige Neuschwanstein-Kastellan Markus Richter zwei sehr unterschiedliche Bücher vor: die Biographie „Die phantastische Welt des Märchenkönigs“ und den Neuschwanstein-Thriller „Ins Herz“. Neben der Lesung aus seinem Thriller berichtet Markus Richter über die Baustelle von Neuschwanstein, über dortige Unglücksfälle und überraschende Nutzungen, die das Schloss nach Ludwigs Tod erlebt hat.    

Wann             Sa., 16.12.2017, ab 15.00 Uhr
                      (der Termin So., 26.11.2017 ist bereits ausgebucht)
Wo                 Restaurant Deutsche Eiche, Reichenbachst. 13,
                      München
Eintritt frei

Anmeldung erforderlich unter Tel.: 089 / 23 11 66 0
(Rezeption Deutsche Eiche)


Klaus Reichold und Thomas Endl portraitieren Ludwig II. als Kind des 19. Jahrhunderts, der eine rasante gesellschaftliche, technische und wirtschaftliche Entwicklung erlebt, Schiffskapitän werden will, dann aber doch lieber in die Gegenwelten des Historismus und des Orientalismus flüchtet. Außerdem zitieren sie bislang nicht publizierte Akten des Geheimen Hausarchivs der Wittelsbacher, aus denen hervorgeht, dass Ludwig II. mit dem Gedanken an eine Auswanderung spielte und sich Berichte vorlegen ließ, wie es sich in Kabul, Kairo oder auf den Philippinen leben ließe.

Markus Richter schöpft aus historischen Fakten und aus persönlich Erlebtem: „Am 11.Juni 1886 wurde Ludwig II. durch eine ‚Fangkommission‘ in Neuschwanstein verhaftet und für geisteskrank erklärt. Hier erlebte er seine bittersten Stunden, bevor er nach Schloss Berg abtransportiert wurde. Schon zuvor ereigneten sich auf der Baustelle seiner „Neuen Burg“ und in deren Umfeld mysteriöse Todesfälle. Der erste war 1875 der des Bauführers Herold, der sich angeblich durch einen Schuss ins Herz das Leben genommen hatte. Auch nach Ludwigs Tod rissen die Unglücksfälle nicht ab. Ob Handwerker oder Schlossverwalter – viele ereilte ein tragisches Schicksal. Nach beinahe 20 Jahren, in denen ich auf Neuschwanstein gearbeitet und gewohnt habe, war mir klar, dass der König etwas von seinem     persönlichen Unglück zurückgelassen hat. Es lastet ein Fluch auf diesem Ort. Als ich Neuschwanstein verließ, hatte ich das Gefühl, den Kopf gerade noch aus der Schlinge gezogen zu haben. Meine dort gesammelten Erfahrungen über Leidenschaften, Intrigen und Betrügereien verarbeite ich in einer Reihe von historischen Thrillern, deren erster Band 'Ins Herz' vor Kurzem erschienen ist.“

Die Histonauten zu Gast bei "Habe die Ehre!"
Jetzt nachhören in der Mediathek von BR Heimat

Wie können wir aus der Geschichte lernen?

Die Histonauten Klaus Reichold und Thomas Endl fragen nach dem Zusammenhang der Ereignisse.

Sie waren zu Gast bei Conny Glogger und haben ihre Arbeit vorgestellt.

PIN.X - Bilder drehen, Bilder verstehen
Museums- und Filmpädagogik
in der Pinakothek der Moderne

Wir filmen mit Schülerinnen und Schülern! Aus Kunst werden Videos, aus "Stills" Stories. Mehr Infos ...

Wenn Sie auch Interesse daran haben, mit Ihrer Klasse teilzunehmen, melden Sie sich bitte bei uns.

Im Maschinenraum des Krieges
Das Bayerische Armeemuseum erinnert an den Ersten Weltkrieg

Die Histonauten haben im Auftrag des Bayerischen Armeemuseums Ingolstadt und in Zusammenarbeit mit append[x] ein „Virtuelles Museum“ geschaffen. Es verbindet historisch relevante Schauplätze in Ingolstadt mit der großen Dauerausstellung zum Ersten Weltkrieg im Reduit Tilly und steht unter http://1914-1918.armeemuseum.de online. Ein  Artikel von Klaus Reichold und ein Trailer von Thomas Endl stellen das Projekt hier vor:

Ein virtuelles Museum entsteht
Artikel für das Magazin "Schönere Heimat"
Schönere Heimat - Artikel Ingolstadt.pdf (213.83KB)
Ein virtuelles Museum entsteht
Artikel für das Magazin "Schönere Heimat"
Schönere Heimat - Artikel Ingolstadt.pdf (213.83KB)

 

Schnitzeljagd im Kunstareal
Lösungen

Es hat ein wenig gedauert, bis wir den idealen Glücksfeerich gefunden haben, der die Gewinner unserer Schnitzeljagd zum Kunstarealfest 2017 zieht. Mit Martin Arz, dem Verleger des Hirschkäfer Verlages haben wir  einen Glücksgriff getan. Unbestechlich hat er inzwischen die drei GewinnerInnen gezogen, die bereits benachrichtigt wurden.

Uns hat die Schnitzeljagd viel Spaß gemacht und - Chapeau! - die meisten abgegebenen Antworten waren richtig. Lediglich beim NS-Dokuzentrum gab es Unsicherheiten - und bei einer der vier Kirchen, die man von der Alten Pinakothek aus sehen kann. Die meisten meinten, dass die Heilig-Geist-Kirche zu sehen sei. Da kommen wir gleich ins Grübeln ... Aber es schadet ja nicht, nochmal in die Alte Pinakothek zu schauen ...

Stammheim – Die RAF vor Gericht
Ein hochgesicherter Gerichtssaal als Schauplatz erbitterter Wortgefechte
Noch bis 1.5.2022 in der ARD-Mediathek

Auf der Anklagebank saßen die wohl „prominentesten“ Terroristen jener Jahre. Die Verhandlungen zogen sich über 192 Tage. Und die Akten, die in diesem Zeitraum entstanden, umfassten schließlich 50.000 Seiten. Der Strafprozess gegen die „erste Generation“ der „Roten Armee Fraktion“, darunter Andreas Baader und Ulrike Meinhof, war einer der längsten und spektakulärsten in der deutschen Justizgeschichte.

Unsere Hamburger Mit-Histonautin Sonja von Behrens leuchtet in einer ARD-Fernsehdokumentation mit ihrem Kollegen Thomas Schuhbauer die emotionalen Hintergründe dieses Machtkampfes aus, der in den „Deutschen Herbst“ von 1977 mündete.

40 Jahre nach dem Geschehen kommen viele Beteiligte von damals zu Wort und ordnen die Ereignisse neu ein: Richter im Stammheimer Prozess wie Theodor Prinzing, Kurt Breucker und Eberhard Foth, Verteidiger wie Hans-Christian Ströbele, Rupert von Plottnitz und Kurt Groenewold sowie Journalisten und Prozessbeobachter wie der Theatermacher Claus Peymann und der damals 16-jährige Schüler und heutige Filmemacher Andres Veiel. Der Film enthüllt, dass das Stammheimer Gericht am Zustandekommen der Sondergesetze beteiligt war, mit denen kurz vor Prozessbeginn die Rechte von Angeklagten und Verteidigern beschnitten wurden, und erzählt das private Drama im Hause Prinzing: Seine Tochter Gabriele war Sympathisantin der RAF. Beide offenbaren in ausführlichen Interviews erstmals die persönliche Seite eines Prozesses, der das Land spaltete.

45-minütige Fernsehdokumentation von Thomas Schuhbauer und Sonja von Behrens

Sonja von Behrens und ihre Kollegen freuen sich über Sie als Zuschauer!